Freitag, 15. Mai 2026

#PurpleVibes (Nicole Mahne)


 Verlag: Südpol


Zum Inhalt: 
 
Echt. Intensiv. Hoffnungsvoll.
Lynns Weg zu sich selbst beginnt mit Purple.

Die 15-jährige Lynn hat Angst. Vor engen Räumen, Menschenmengen – und vor allem vor der Straßenbahn. Auch die Beziehung mit ihrem Freund Leon ist schwierig. Doch dann platzt Purple in ihr Leben. Das Mädchen mit den violett gefärbten Haaren verkörpert alles, was Lynn an sich selbst vermisst: Rebellion, Lebenslust, sie sprüht vor Energie. Lynn fühlt sich von ihr angezogen, doch sie schwankt immer wieder zwischen dem Wunsch nach Nähe und dem Drang, sich zurückzuziehen – bis ihr nach einigen Umwegen klar wird, wer ihr Herz erobert hat.
Mit Lynn und Purple prallen zwei Welten aufeinander: Kontrolle trifft auf Lebenslust, Angst auf Freiheit, Zurückhaltung auf Mut. Ein einfühlsamer Jugendroman über Ängste, Selbstzweifel und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben – ehrlich, intensiv und voller Hoffnung.
 
 
persönliche Wertung: 
 
 #PurpleVibes ist mal wieder ein Buch, welches mir durch sein besonderes, wunderschönes Cover ins Auge gesprungen ist. Es konnte mich gleich neugierig machen und ich musste unbedingt wissen, wovon die Geschichte handelt. Auch der Klappentext zog mich sofort in seinen Bann. Ich liebe es ab und an Jugendbücher zu lesen, ich finde diese haben immer einen ganz besonderen Vibe und ich fühle mich in diesem Genre wirklich wohl.
Ich bin richtig gut in das Buch gestartet und mochte den Schreibstil der Autorin von der ersten Seite an wahnsinnig gern. Nicole Mahne transportiert mit ihren Worten die unterschiedlichen Emotionen wirklich gut und lässt mich vom ersten Augenblick an mit der Geschichte mitfiebern. 
Lynn mochte ich gleich sehr gern. Auch wenn ich selbst zum Glück nicht mit vergleichbaren Ängsten zu kämpfen habe, so konnte ich mich doch sehr gut in sie hinein versetzten und mich mit ihr identifizieren. Einzig die Beziehung zu ihrem Freund Leon konnte ich nicht richtig nachvollziehen, diese fühlte sich für mich die ganze Zeit nicht richtig rund an. Ganz besonders toll finde ich die Entwicklung, welche Lynn im Laufe der Geschichte durchlebt. Ich liebe die Entscheidungen, welche sie trifft, sie zeigen so deutlich, dass sie stärker ist, als sie denkt. Ich bewundere, wie sie über sich hinauswächst. 
Auch Purple finde ich toll. Bei ihr mochte ich vor allem die Leichtigkeit, welche sie ausstrahlt. Mir wäre sie in einer vergleichbaren Situation sicher auch aufgefallen. Ich habe Mädchen wie sie, die cool und selbstsicher und schlagfertig sind, schon immer bewundert. Die beiden Mädchen sind so unterschiedlich und passen doch so gut zusammen, Ihre Begegnungen haben sich immer so schön, leicht und richtig angefühlt. Generell die Treffen an der Haltestelle und die verschiedenen Begegnungen dort mochte ich im Laufe der Geschichte besonders gern. Diese besonderen Momente mit den unterschiedlichsten Menschen hat die Autorin wirklich toll eingefangen. Vor allem so einen banalen Ort wie eine Haltestelle zu einem Haupthandlungsort in einem Buch zu machen ist wirklich genial. Ich habe es einfach nur geliebt. 
Ich mochte aber auch die anderen, ernsteren Themen der Geschichte wahnsinnig gern und fand sie wirklich toll umgesetzt. Die Schwierigkeiten einer 15jährigen, die eine Angst entwickelt und weil dies nicht genug ist, sich dadurch noch anderen schmerzhaften Veränderungen im Leben stellen muss. Die Erfahrung, dass man, sobald man nicht so funktioniert, wie die Gesellschaft das erwartet, komisch angesehen wird bzw. nicht ernst genommen wird, ist hart und leider sehr real. Ich finde es wirklich bemerkenswert, wie die Geschichte diese Themen anspricht und sehr realistisch bespricht. 
Die Geschichte regt zum Nachdenken an und konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln. Ich liebe das Setting, die unterschiedlichen Punkte, welche thematisiert werden, die Charaktere (Haupt- sowie Nabenprotagonisten sind einfach unglaublich toll), die Entwicklung und das Gefühl, welches ich beim Lesen hatte. Ein echtes Highlight in meinem Bücheregal.  
 
 
Fazit: 
 
Ein Buch, welches mich absolut in seinen Bann ziehen konnte. Tolle Story, wichtige Themen, großartige Entwicklung der Protagonistin und einfach nur berührend, für mich eine absolute Empfehlung. 
 
 
Bewertung:   
 
5 von 5 Sternen 

Donnerstag, 14. Mai 2026

Kuki und das Flüstern der Muscheln (Efua Traoré)


 
 
 
Zum Inhalt: 
 
Kukis Familie ist sich sicher, dass die 13-Jährige von einem alten Familienfluch besessen ist. Das ist Blödsinn, denkt sich Kuki. Und überhaupt hat sie gerade ganz andere Probleme: Nachdem ihre Mutter und sie umgezogen sind, findet Kuki keinen Anschluss in der neuen Klasse. Da ist nur die fiese Moji, die sie erpresst. Bei einer ihrer abendlichen Erkundungstouren entdeckt Kuki ein verlassenes Strandhaus, das von Palmen umgeben ist. Dort trifft sie auf das geheimnisvolle Mädchen Enilo, und die beiden werden schnell unzertrennlich. Bis Kuki plötzlich etwas über ihre beste Freundin herausfindet, das alles verändert… 
 
 
persönliche Wertung: 
 
Ich habe mich sehr auf diese Geschichte gefreut, da ich das Buch Kinder des Treibsands der Autorin sehr geliebt habe und unbedingt noch mehr von ihr lesen möchte.
Ich bin, wie auch schon in dem bereits gelesenen Buch der Autorin, wieder super in die Geschichte gestartet und habe mich mit dem Schreibstil und dem Setting gleich richtig wohl gefühlt. Ganz besonders mag ich, dass man durch die Geschichte einen Einblick in die Mythen und Geschichten der afrikanischen Kultur erhält. Ein Thema, welches mich wirklich fesselt. Es ist auch so spannend, wie unterschiedlich der Glaube an diese Geschichten bei den verschiedenen Charakteren im Buch verankert ist. 
Kuki ist eine tolle Protagonistin, ich mochte sie gleich sehr gern und konnte mich dank der Worte der Autorin sehr gut in ihre Gedanken- und Gefühlswelt hineinversetzen. Der Umzug, der neue Partner ihrer Mama, das baldige Geschwisterchen, die Schwierigkeiten in der Schule und der fehlende Anschluss sind eine ganze Menge Dinge, die sie beschäftigen. Besonders mochte ich ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte, sie stellt sich ihren Ängsten, trifft die richtigen Entscheidungen und findet ihren Weg.
Ganz besonders spannend waren für mich die mystischen Elemente. Kukis Erkundungstouren zum Haus der Muscheln waren mitunter mit einem unheilvollen Gefühl verbunden, welches allerding von der Neugierde überstrahlt wurde. Das war von der Autorin wirklich gut geschrieben. Ihr Mut konnte mich sehr beeindrucken. Dieser Ort hatte so etwas geheimnisvolles, aber auch zauberhaftes, ich habe ihn so detailgetreu vor meinem inneren Auge gesehen und mich sogar ein klein wenig in diesen Ort verliebt. Kukis Begegnungen mit Enilo fand ich ganz zauberhaft beschrieben. Die Freundschaft der Beiden ist toll, auch wenn vom ersten Moment klar war, dass Enilo ein Geheimnis umgibt. Ich habe mich über jede Szene über beide gemeinsam total gefreut. 
Auch die Verhältnisse bei Kuki zu Hause und ihre Verbindung zu ihrer Mama fand ich sehr schön beschrieben. Ganz besonders konnte mich Kukis Stiefvater, also der neue Mann ihrer Mama, mit seinen Worten und Taten überraschen.  
Für mich war der Plot-Twist nicht wirklich überraschend, was mich allerdings nicht gestört hat, schließlich handelt es sich um ein Jugendbuch und dafür passte für mich alles sehr gut. Ganz besonders emotional fand ich das Ende der Geschichte, allerdings hätte ich mir hier noch ein paar Seiten mehr gewünscht. Das Ende hätte nach meinem Empfinden noch etwas mehr Raum verdient. 
 
 
Fazit:  
 
Ein wunderschönes Jugendbuch über die Schwierigkeiten eines Neuanfangs im Jugendalter, gemischt mit afrikanischen Mythen, Spannung, Herz und geheimnisvollen Elementen. Für mich eine absolute Empfehlung.
 
 
Bewertung: 
 
4,5 von 5 Sternen

Dienstag, 12. Mai 2026

Das Lied der Orcas (Sabine Giebken)

 


Verlag: Loewe

 

Zum Inhalt: 
 
Die Stimmen der Orcas. Ein Geheimnis unter den Wellen.
Das Meer ist wunderschön und voller Geheimnisse. Doch das Leben der Tiere dort ist auch gefährlich. Komm mit auf eine Reise ins tiefe Blau!

Echo ist der jüngste Orca in seiner Familie und muss noch Einiges von den Älteren lernen. Doch zum Glück bietet das weite Meer unendlich viele Möglichkeiten für ihn, sich zu beweisen. In einer Bucht trifft Echos Familie auf andere Orcas, deren Leitkuh ihnen eine geheimnisvolle Geschichte über verschwundene Walkinder erzählt. Warum nur wurden sie nie wieder gesehen? Und dann eines Nachts traut Echo seinen Augen kaum: Ein fremdes Orcamädchen schwimmt wie ein einsamer Schatten durchs Meer. Ob sie einer der verschwundenen Orcas ist? 
 
 
persönliche Wertung: 
 
Dieses Buch hat mich allein schon durch sein wunderschönes Cover in seinen Bann gezogen. Orcas faszinieren mich schon seit meiner Kindheit und ich inhaliere alles, was mit diesen Meeressäugern in Verbindung steht. Für mich war gleich klar, dass ich diese Geschichte unbedingt lesen möchte!
Der Einstieg in die Geschichte war für mich gleich sehr emotional. Es wird direkt deutlich, dass sich das Buch mit realen Themen der Tiere in der Natur beschäftigt. Ich mag den Schreibstil gern, er ist absolut Zielgruppen- und Genregerecht. Ich konnte mich gleich für die Geschichte begeistern. 
Echo ist toll, besonders gern mag ich seine Neugierde und seine Verbundenheit zu seiner Familie. Auch seine Familie ist einfach zauberhaft. Ich mag die unterschiedlichen Charaktere und ganz besonders ihren Umgang miteinander. 
Echos Gedanken und seine Aufmerksamkeitsspanne ist am Anfang der Geschichte sehr flatterhaft, was mich doch sehr an meine eigene Tochter erinnert. Ich finde dadurch kam sehr gut heraus, dass es sich bei ihm um ein Orcakind handelt, welches noch sehr unbedarft und sorglos ist. Im Laufe der Geschichte lernt er verschiedene Lektionen, mitunter auf sehr drastische Weise. Für mich sehr naturgetreu.
Mir hat es sehr gut gefallen, dass man in der Geschichte so viel über das Leben und die Eigenheiten von Orcas erfährt. Es werden viele wichtige Themen und auch durch den Menschen verursachte Missstände angesprochen und aus der Sicht der Tiere thematisiert. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und bietet unglaublich viel Gesprächspotential um jüngere Leser für die Themen Schutz der Meere, Orcaschutz und Schutz von Meerestieren zu sensibilisieren. Gerade heutzutage aus meiner Sicht so richtig und wichtig, diese Themen schon früh anzusprechen und eine gewisse Aufmerksamkeit zu schaffen. 
Die Abenteuer, die Echo erlebt, konnten mich fesseln und ich liebe die wunderschönen, liebevollen Illustrationen im Buch. Sie heben das Leseerlebnis noch einmal auf eine neue Stufe. Ich mochte die Begegnungen im Buch super gern, mein Herz schlägt noch mehr für diese faszinierenden Tiere.
 
 
Fazit: 
 
Ein Buch, welches die realen Missstände in unseren Ozeanen thematisiert und die Schwierigkeiten dieser unglaublichen Meeressäuger kindgerecht vermittelt. Dank der Menschheit hat Echo mit überwiegend ernsten Themen zu kämpfen und zeigt uns mit seiner Geschichte, dass wir umdenken und handeln müssen.  
Ich liebe die vielen Fakten, die man über Orcas lernt und empfehle dieses Buch gemeinsam mit seinem Kind zu lesen, da es an einigen Stellen Gesprächspotential bietet, da auch sensible Themen angesprochen werden.
 
 
Bewertung:   
 
4 von 5 Sternen