Donnerstag, 14. Mai 2026

Kuki und das Flüstern der Muscheln (Efua Traoré)


 
 
 
Zum Inhalt: 
 
Kukis Familie ist sich sicher, dass die 13-Jährige von einem alten Familienfluch besessen ist. Das ist Blödsinn, denkt sich Kuki. Und überhaupt hat sie gerade ganz andere Probleme: Nachdem ihre Mutter und sie umgezogen sind, findet Kuki keinen Anschluss in der neuen Klasse. Da ist nur die fiese Moji, die sie erpresst. Bei einer ihrer abendlichen Erkundungstouren entdeckt Kuki ein verlassenes Strandhaus, das von Palmen umgeben ist. Dort trifft sie auf das geheimnisvolle Mädchen Enilo, und die beiden werden schnell unzertrennlich. Bis Kuki plötzlich etwas über ihre beste Freundin herausfindet, das alles verändert… 
 
 
persönliche Wertung: 
 
Ich habe mich sehr auf diese Geschichte gefreut, da ich das Buch Kinder des Treibsands der Autorin sehr geliebt habe und unbedingt noch mehr von ihr lesen möchte.
Ich bin, wie auch schon in dem bereits gelesenen Buch der Autorin, wieder super in die Geschichte gestartet und habe mich mit dem Schreibstil und dem Setting gleich richtig wohl gefühlt. Ganz besonders mag ich, dass man durch die Geschichte einen Einblick in die Mythen und Geschichten der afrikanischen Kultur erhält. Ein Thema, welches mich wirklich fesselt. Es ist auch so spannend, wie unterschiedlich der Glaube an diese Geschichten bei den verschiedenen Charakteren im Buch verankert ist. 
Kuki ist eine tolle Protagonistin, ich mochte sie gleich sehr gern und konnte mich dank der Worte der Autorin sehr gut in ihre Gedanken- und Gefühlswelt hineinversetzen. Der Umzug, der neue Partner ihrer Mama, das baldige Geschwisterchen, die Schwierigkeiten in der Schule und der fehlende Anschluss sind eine ganze Menge Dinge, die sie beschäftigen. Besonders mochte ich ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte, sie stellt sich ihren Ängsten, trifft die richtigen Entscheidungen und findet ihren Weg.
Ganz besonders spannend waren für mich die mystischen Elemente. Kukis Erkundungstouren zum Haus der Muscheln waren mitunter mit einem unheilvollen Gefühl verbunden, welches allerding von der Neugierde überstrahlt wurde. Das war von der Autorin wirklich gut geschrieben. Ihr Mut konnte mich sehr beeindrucken. Dieser Ort hatte so etwas geheimnisvolles, aber auch zauberhaftes, ich habe ihn so detailgetreu vor meinem inneren Auge gesehen und mich sogar ein klein wenig in diesen Ort verliebt. Kukis Begegnungen mit Enilo fand ich ganz zauberhaft beschrieben. Die Freundschaft der Beiden ist toll, auch wenn vom ersten Moment klar war, dass Enilo ein Geheimnis umgibt. Ich habe mich über jede Szene über beide gemeinsam total gefreut. 
Auch die Verhältnisse bei Kuki zu Hause und ihre Verbindung zu ihrer Mama fand ich sehr schön beschrieben. Ganz besonders konnte mich Kukis Stiefvater, also der neue Mann ihrer Mama, mit seinen Worten und Taten überraschen.  
Für mich war der Plot-Twist nicht wirklich überraschend, was mich allerdings nicht gestört hat, schließlich handelt es sich um ein Jugendbuch und dafür passte für mich alles sehr gut. Ganz besonders emotional fand ich das Ende der Geschichte, allerdings hätte ich mir hier noch ein paar Seiten mehr gewünscht. Das Ende hätte nach meinem Empfinden noch etwas mehr Raum verdient. 
 
 
Fazit:  
 
Ein wunderschönes Jugendbuch über die Schwierigkeiten eines Neuanfangs im Jugendalter, gemischt mit afrikanischen Mythen, Spannung, Herz und geheimnisvollen Elementen. Für mich eine absolute Empfehlung.
 
 
Bewertung: 
 
4,5 von 5 Sternen

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